In der Grundstufe werden derzeit im SBBZ zwei Klassen unterrichtet.

An dieser Stelle sollen einzelne Schwerpunkte die den Schulalltag der Grundstufe besonders prägen beispielhaft dargestellt werden:

1. Kooperation mit dem Schulkindergarten

Durch die gute Zusammenarbeit mit dem Schulkindergarten können einzelne SchülerInnen schon vor Schulbeginn auf das Schulleben individuell eingestimmt werden.

2. Behutsame Eingewöhnung

Hier steht die Einführung von schultypischen Verhaltens- und Arbeitsweisen im Vordergrund wie z. B. die Orientierung am Stunden- bzw. Tagesplan, das Bearbeiten eines individuell erstellten Arbeitsplanes, das Stationenlernen sowie die Nutzung einer Lern/Spieltheke an vorderster Stelle. Eine besondere Betonung liegt dabei aber auch immer im sozialen Lernen hier unter besonderer Berücksichtigung des Regellernens in Einzelarbeit sowie Gruppensituationen.

3. Unterrichtsinhalte

Bei uns erlernen die Kinder ebenfalls die Kulturtechniken Lesen, Schreiben und Rechnen.

Wobei die Aneignung sich an der Entwicklungsstufe des Kindes orientiert. Hier arbeiten wir schrittweise mit dem erweiterten Lesebegriff, der über das Situationslernen, dem Bilderlesen über das Ganzwortlesen zur Schriftlesen entwickelt wird. In diesem Sinne wird auch das Schreibenlernen über die Kritzelschrift, die Lautschrift und die orthographisch abgestimmte Schreibschrift stufenweise angeboten. Auch die Hinführung im Umgang mit Zahlen und Mengen wird unter genauer Beachtung der Lernausgangslage differenziert unterrichtet: Während einige Kinder noch Förderung im pränumerischen Bereich beanspruchen, werden anderen schon erste Rechenoperationen angeboten.

Unterrichtsfächer im Bereich der Umweltorientierung, den musischen und künstlerischen Fächern sowie den sportlichen Fächern werden im Sinne der Normalisierung in enger Anlehnung an den Grundschullehrplan unterrichtet, wobei auch diese immer auf den Aneignungsstufen der einzelnen Schülern differenziert angeboten werden.

Für Kinder, die im sprachlichen Bereich spezielle Förderung benötigen wird auch die gestützte bzw. die unterstützte Kommunikation angeboten.

4. TEACCH-Methodik bei den individuellen Unterrichtsangeboten

Wesentliche Aspekte stellen hier die räumliche und zeitliche Strukturierung des Unterrichtsverlaufes, sowie die besondere Gestaltung des Arbeitsmaterials dar. Aufgrund der oft speziellen Informationsverarbeitung profitieren Kinder mit geistiger Behinderung von strukturierter Hilfe. Es fördert das Gefühl von Sicherheit, Orientierung und Kompetenz. Ein weiterer wichtiger Aspekt in der Unterrichtsplanung ist das Prinzip der Visualisierung, denn der optische Sinn ist vielfach der bevorzugte Verarbeitungskanal unserer SchülerInnen. Die Visualisierung ist außerdem beständiger und eindeutiger als Sprache und erfordert kein Verständnis sprachbegleitender (sozialer) Merkmale wie Mimik, Gestik, Tonfall etc.

Neben dem Einsatz von Bildkarten reagieren Kinder mit geistiger Behinderung häufig auch sehr gut auf den Einsatz von Gebärden.

5. Unterstütze Kommunikation

Dieser Bereich hat sich in den letzten Jahren bei uns am SBBZ in den letzten Jahren stark weiterentwickelt. So hat sich das gesamte Kollegium in diesem Bereich kontinuierlich weitergebildet. Hier werden Kinder gezielt mit dem Einsatz von Medien und technische Neuerungen in die Lage versetzt zu kommunizieren. Hier kommen in letzter Zeit verstärkt Tabletts zum Einsatz

6. Hinführung zur selbständigen Lebensführung

Ein weiterer wichtiger Bestandteil ist die Anbahnung von Selbständigkeit und einer weitest gehenden alterstypischen Bewältigung von Lebensalltagssituationen wie das selbständige An- und Ausziehen, das Herstellen und Einnehmen von Mahlzeiten und die Mobilität in und außerhalb des Schulhauses. Hierzu gehört oft auch ein erstes Toilettentraining bzw. dessen Weiterführung.

7. Rhythmisch bzw. ritualisierter Methodenwechsel

Im gesamten Schulalltag wird auf einen regen Methodenwechsel inklusive musischen wie körperbetonte Unterrichtsangeboten, handlungs- bzw. praktisch orientierte Lernerfahrungen und facettenreiche Bewegungsangebote wie Schwimmen, Turnen, heilpädagogisches Reiten angeboten.

8. Elternarbeit

Die Besonderheit, dass in der Grundstufe der Übergang vom Kindergarten zur Schule zu meistern ist, erfordert eine intensive Elternarbeit, d.h. es werden je nach Bedarf vermehrt Telefonate, Hausbesuche und Elternabende durchgeführt. Der Einschulungserfolg soll so durch eine vertrauensvolle Zusammenarbeit und durch die gegenseitige Wertschätzung zwischen dem Elternhaus und den Lehrkräften sichergestellt werden.


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