Leitgedanken

In der Berufsschulstufe erwerben die Schülerinnen und Schüler Kompetenzen für eine möglichst selbständige Lebensführung nach ihrer Schulzeit. Über die eigene Zukunft nachzudenken, Wünsche und Vorstellungen zu entwickeln und diese zu kommunizieren sind Kompetenzen, die in der Berufsschulstufe gefördert werden.

Der Übergang in das Berufsleben und in ein selbständiges Leben in der Gesellschaft wird in der Berufsschulstufe vorbereitet und begleitet. Dies betrifft insbesondere die Bereiche

  • Arbeit und beruflichen Eingliederung
  • Wohnen
  • Freizeit
  • Mobilität.

Bisher erworbene schulische Kompetenzen z.B. im Bereich der Kulturtechniken oder im musisch-künstlerischen Bereich, werden in diesen Prozess integriert und gestärkt.
Bei der unterrichtlichen Gestaltung in den verschiedenen Bildungsbereichen werden die Schülerinnen und Schüler angehalten, möglichst selbständig und selbstbestimmt mitzuwirken und eigene Entscheidungen zu treffen.

Arbeit und berufliche Eingliederung

Eine besondere Gewichtung innerhalb der Berufsschulstufe hat die Vorbereitung auf das Arbeitsleben.
Die Schüler sollen

  • notwendige Schlüsselqualifikationen erwerben und vertiefen
  • ein Verständnis von verschiedenen Arbeitsfeldern erwerben
  • Kenntnisse über die eigenen beruflichen Möglichkeiten erwerben
  • Neigungen entwickeln und ihre eigenen Kompetenzen einschätzen lernen.

Die mögliche Teilhabe auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt hat in diesem Prozess eine übergeordnete Priorität.

Kooperation mit Partnern

Bei der Entwicklung einer realistischen Perspektive im beruflichen Bereich und deren Umsetzung werden systematisch und rechtzeitig außerschulische Partner einbezogen. Über die Zusammenarbeit mit einer Vielzahl von Betrieben, Schulen und Institutionen wie

  • die Agentur für Arbeit
  • der BVE Donaueschingen
  • der Integrationsfachdienst
  • Betriebe in der Region
  • Werkstätten für Menschen mit Behinderung
  • Akademie Himmelreich

wird gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern sowie deren Eltern nach der jeweils besten beruflichen Entwicklungsmöglichkeit gesucht. Hierzu finden regelmäßig Berufswegekonferenzen statt.

Praktika

Alle Schüler absolvieren verpflichtend mindestens 2 Praktikumswochen je Schuljahr. Darüber hinaus sind je nach Einzelsituation weitere Praktika möglich. Bei der Wahl der Praktikumsplätze wird darauf geachtet, dass die Schüler Einblicke in verschiedene Berufsfelder bekommen, um Neigungen zu entwickeln.

Gegen Ende der Schulzeit erfolgt die Auswahl der Praktikumsplätze im Hinblick auf die Möglichkeit einer späteren Anstellung im jeweiligen Betrieb.

Realitätsnahe Arbeitsfelder

  • Einmal wöchentlich erproben sich die Schüler in verschiedenen Arbeitsfeldern. Damit erweitern die Schülerinnen und Schüler verschiedene Kompetenzen:
  • Kennenlernen verschiedener Arbeitsfelder als Grundlage der eigenen beruflichen Orientierung.
  • Ausbildung und Wahrnehmung eigener Stärken und Neigungen.
  • Erweiterung der beruflichen Schlüsselqualifikationen wie z.B. Ausdauer, Belastbarkeit, Kritikfähigkeit.
  • Erwerb fachspezifischer Fertigkeiten

Beispiele für realitätsnahe Arbeitsfelder:

  • Waldarbeit in Kooperation mit der Forstverwaltung
  • Mitarbeit auf einem Bauernhof
  • Mitarbeit im Seniorenwohnheim (Bereiche Reinigung und Wäschepflege)
  • Arbeit im Großmarkt (Regale auffüllen, Haltbarkeitsdatum kontrollieren)
  • Fahrradreparatur
  • Hausdienstleistungen in der Schule (Wäschepflege, Reparaturarbeiten, …)
  • Mitarbeit bei der Firma „Secondo“

Berufskunde und Bewerbungstraining

  • Die Schülerinnen und Schüler erstellen eine Bewerbungsmappe und üben das Verhalten bei Vorstellungsgesprächen.
  • Die Schülerinnen und Schüler lernen verschiedene Berufe z.B. durch Hospitationen kennen.

Wohnen

Immer mehr Schülerinnen und Schüler mit geistiger Behinderung äußern den Wunsch, als Erwachsene entweder allein oder mit Partner oder in einer Wohngemeinschaft zu leben.

Zum einen wird über Besuche und Besichtigungen von verschiedenen Wohneinrichtungen den Schülerinnen und Schülern ein Überblick über die verschiedene Wohnformen verschafft. Zum anderen wird über das Anmieten von Trainings- und Ferienwohnungen dieser Lernbereich auch praktisch umgesetzt. Diese mehrtägigen Aufenthalte finden in Kleingruppen (mit oder ohne Lehrkraft) statt.

Lebensrelevante Kompetenzen werden gefördert und vertieft, z.B. das Erstellen von Essens- und Einkaufsplänen, das Reinigen der Wohnräume sowie die Planung und Gestaltung der Freizeit.

So können die Schülerinnen und Schüler modellhaft Wohnerfahrungen machen und den Übergang in die Selbständigkeit üben.

Mobilität

Durch die Erweiterung der Mobilität wird den Schülern der Zugang zu Arbeit, Freizeit, Kultur und Selbstversorgung erleichtert, die individuelle Selbständigkeit und Selbstbestimmung erhöht sowie die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ermöglicht. Je nach Voraussetzungen der einzelnen Schülerinnen und Schüler werden unterschiedliche Ziele in den Blick genommen:

  • Sich als Fußgänger sicher fortbewegen
  • Sichere Fortbewegung als Fahrradfahrer im Straßenverkehr
  • Unterstützung bei der Vorbereitung für den Mofaführerschein
  • Selbständige Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel, um zur Schule, zum Praktikum und später zur Arbeitsstelle zu kommen.
  • Orientierung an Bushaltestellen und Bahnhöfen
  • Einholen von Fahrplanauskünften im Internet und Lesen von Fahrplänen.

Freizeit

Unterrichtliche Angebote im Bereich Freizeit bieten den Schülerinnen und Schülern Auswahl- und Entscheidungsmöglichkeiten und fördern und fordern den eigenverantwortlichen Umgang mit freier Zeit. Die Schülerinnen werden angeregt, einen für sich selbst zufriedenstellenden Umgang mit Freizeit zu üben, zu planen und zu organisieren. Auf diese Weise trägt die Schule dazu bei, dass Schülerinnen und Schüler in dieser Zeit eigene Interessen entwickeln, soziale Kontakte aufbauen sowie zeitliche Abläufe wahrnehmen und gestalten.

Die Schülerinnen und Schüler lernen ihre Freizeit selbstbestimmt zu planen und mitzugestalten. Sie lernen verschiedene Freizeitangebote kennen und nutzen (z. B. Lebenshilfe, Vereine, kulturelle Einrichtungen, sportliche Veranstaltungen...) und sie beschaffen sich Informationen über wohnortnahe Freizeitmöglichkeiten (z. B. über Internet, Zeitung etc.).


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